Meine 8 Misserfolgsfaktoren Teil 3: Auf Experten verlassen

Nach dem Kundengespräch fuhr ich mit dem Kollegen zurück ins Büro. Wir unterhielten uns über das Volumen für diesen Auftrag und die Kalkulation.

 

Er war der Experte, erfahren, hoch kompetent, von seinen Kunden und mir sehr geschätzt und für das Fachliche des Projektes verantwortlich. Ich war der Ansprechpartner für den Kunden und für die wirtschaftliche Seite des Projektes verantwortlich.

 

Es war ein IT-Projekt.

Beim Kundenbesuch hatten wir das bestehende System analysiert und die Anforderungen an das neue System ermittelt.

 

Das Projekt war klar abgegrenzt, überschaubar und die technischen Risiken gut einschätzbar. So sollte auch die Aufwandkalkulation realistisch kalkulierbar sein.

Ich übernahm also die Schätzung meines Kollegen in die Angebotskalkulation. Doch wie es so kommt – er konnte das Projekt nicht übernehmen und ich war auf einen externen Experten angewiesen. Der brauchte dann doppelt so lange wie von meinem Kollegen geschätzt.

 

Ergebnis?

Das Projekt war für den Kunden erfolgreich abgeschlossen, aber für mich als Projektverantwortlichen war Umsatz = Kosten und Deckungsbeitrag = 0, also ein unbefriedigendes Ergebnis.

So etwas kommt heute nicht mehr vor? Für mich bedeutete dieses blaue Auge, künftig immer mehrere Schätzungen zu machen oder machen zu lassen und die Expertenschätzungen mit Skepsis zu betrachten.

 

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Teil 1: Es kann an Kleinigkeiten scheitern

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Teil 4: Zwischen den Stühlen

Teil 5: Schwaches Team

Teil 6: Reinstolpern

Teil 7: Sich verführen lassen

Teil 8: Konflikte vermeiden